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Aufregende erste Tage

Aufregende erste Tage in der neuen Heimat

Sodele, nach immerhin erst 1 ½ Wochen in der Türkei schaffe auch ich es dann mal, meinen Blog zu starten. Damit sind wir auch gleich beim Hauptproblem angelangt: Das Internet. Ein äußerst leidiges Thema, wenn man einen eigenen Anschluss gewöhnt ist und sich dann von jetzt auf gleich daran gewöhnen muss, dass man sich für jede Mail mit einer völlig fremden Tastatur in einem nicht-klimatisierten Internetcafé unterm Dach rumschlagen muss. Deswegen auch meine nur sehr spärlichen Mails in letzter Zeit.

Nun aber mal zum eigentlichen Leben in Antalya. Kurz zusammengefasst, für alle, die es eilig haben: Hier ist alles SUPER! Das Wetter, die Umgebung, die Leute, die Kultur, das Leben, alles. Einen Dämpfer haben wir nur heute durch die Bombenanschläge in Antalya und der restlichen Türkei bekommen. Als Zeichen unserer Sicherheit kann man aber vielleicht einwerfen, dass wir überhaupt erst durch die Anrufe und SMS unserer Familien und Freunde was davon mitbekommen haben. Da ist uns da aber schon anders geworden, gerade, wenn es im Zentrum war, wo wir doch auch hin und wieder sind. Hier an der Uni sind wir aber weit genug davon entfernt, so dass wirklich alles an uns vorbei gegangen ist. Jetzt hoffen wir natürlich, dass es uns auch weiterhin so gut gehen wird und wir hier sicher sind.

Aber lieber wieder zu den schönen Dingen. Dazu gehören sicher die anderen Teilnehmer unseres Sprachkurses. Das ist eine sehr lustige Truppe, mit der immer was los ist. Besonders schön finde ich, dass sich natürlich engere Freundschaften bilden, was wohl normal ist, es aber immer noch keine feste Gruppen gibt, so dass jeder mal mit dem und mal mit dem zusammen ist. Meine engeren Freunde hier sind vor allem Chantal aus Italien und Sylvie aus Frankreich, mit denen ich mir auch mein Zimmer teile, Katha und Birgit aus Nürnberg und dann manchmal noch Nico und Flo aus Darmstadt oder Pavel aus der Tschechischen Republik oder Aleksi aus Finnland. Aber auch alle anderen sind nett.

Der Kurs ist auch zu bewältigen. Drei Stunden täglich von 9.30-12.30. Bis jetzt haben wir gelernt, uns vorzustellen, nach der Uhrzeit oder dem Weg zu fragen oder was wir studieren. Leider sprechen die Türken so schnell, dass wir sowieso nichts verstehen, selbst wenn wir die Vokabeln kennen. Ich bin mal gespannt, wie viel ich nach den vier Wochen kann. Fließend muss es danach ja noch nicht sein, ich habe dann ja immer noch geschätzte neun Monate, um mich hier zurecht zu finden.

In den nächsten, hoffentlich regelmäßigen Einträgen, werde ich euch mehr von meiner Umgebung erzählen können. Hier aber erst mal noch ein paar Sachen, die wir schon gemacht haben. Ihr werdet sehen, langweilig ist mir hier nie:

Am Samstag sind wir schon morgens um 8.30 am Hotel angeholt worden. Mit einem Bus nur für uns sind wir dann nach Kemer gefahren, wo Tuna eine Yacht nur für uns gemietet hatte. Mit der sind wir dann circa acht Stunden übers Meer geschippert und konnten nebenher noch in drei Buchten schwimmen gehen. Die wurden von Mal zu Mal schöner. Ursprünglich war noch eine vierte Bucht geplant, die musste aber ausfallen, weil wir uns in der ersten zu lange aufgehalten hatten. Die war bei Phaselis und laut Tuna kann man da einfach querfeldein hingehen, während man am Eingang 20YTL zahlen muss. Ist aber natürlich nicht ganz legal. Prompt hat uns die Polizei erwischt. Die hat sich nicht damit begnügt, uns zu verscheuchen, sondern ist gefolgt und wollte den Namen unseres Bootes wissen, die würden dann nämlich auch eine Strafe kriegen. Wir haben getan als verstünden wir kein Englisch (in dem Fall Fehler, laut Tuna hätten wir Demut und Reue zeigen sollen) und sind zum Strand gelaufen, wo wir ewig mit unseren Schuhen in der Hand (die hatten wir schon schwimmend zum Strand getragen, der Sand ist sonst zu heiß rumgeschwommen sind, bis der Polizist weg war. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein! Anschließend hatten wir Mittagessen, bevor wir eben weitergefahren sind. In den nächsten beiden Buchten war das Wasser unvorstellbar klar, wie in einem Swimmingpool. Dazu noch so tief, dass wir nicht nur vom 1. Deck unseres Bootes reinspringen konnten, sondern sogar vom 2. Wie die meisten wissen, habe ich doch eine recht ausgeprägte Höhenangst. Die kann ich mir aber erfolgreich abgewöhnen, glaube ich, wenn das so weiter geht. Ganze 5mal bin ich nämlich gesprungen *stolz sei* Anfangs nur weil sich Nico, Tuna und Pavel sonst wahrscheinlich scheckig gelacht hätten, aber immerhin. Übrigens war ich das erste Mädchen, das gesprungen ist J Davon werde ich sicher noch ein paar Bilder hier reinstellen. Das Meer war einfach zu schön, als dass ich nicht alle damit neidisch machen wollte. Abends hatten wir einen ruhigen Abend mit einem schönen Abendessen in unserem Gästehaus. Ein paar sind anschließend noch mit ein paar Kellnern ausgegangen, aber da war ich dann doch zu müde zu.

Aber da kommt dann wieder die türkische Gastfreundschaft zum Zuge: Die sechs oder sieben, die mitwaren, sind wohl alle ziemlich abgefüllt worden, nur zahlen mussten sie nichts.

Wir haben das gleiche am Sonntag erlebt, als wir im Stadion waren: Antalyaspor vs, Sivaspor. Den Dolmus mussten wir nicht nehmen, weil einer der Kellner eh auch hinwollte und uns mitnehmen konnte, und weil wir neun waren, hat er eben einen Arkadaş (=Freund) angerufen, der den Rest mitgenommen hat. Der wollte nichtmals ins Stadion. Interessant auch, vor allem für Autofahrer: Benzin ist hier noch teurer als in Deutschland! Die meisten scheint das aber nicht zu kümmern, wenn man den Fahrstil sieht. Auf der Rückfahrt sind wir mit Fatih gefahren, da hatten wir mitten in Antalya unsere eigene Formel 1. Bei ihm fühlte ich mich aber sicherer als auf der Hinfahrt als 5cm neben uns ein Bus fuhr. Beschreiben kann man das hier nicht, das muss man sehen. Aber selbst Erman, der erste Türke, den wir privat kennen gelernt haben, sagt, dass es in Antalya noch viel extremer ist als überall sonst und er sich wundert, weshalb es nicht mehr Unfälle gibt. Das Fußballspiel selbst war eher nicht so toll, Antalyaspor ist gerade in die erste Liga aufgestiegen, aber doch eher ein Underdog. Gegen Sivaspor, die insgesamt wohl noch schlechter sind, haben sie 1:2 verloren. Das Spiel war für uns aber eher Nebensache. Das Drumherum war viel lustiger. Leider saßen wir in der Rentner- und nicht der Fanecke. Süleyman wollte uns da nicht hinlassen, weil es zu gefährlich sei. Die Stimmung war bis zum 2.Sivastor trotzdem ganz gut. Gewundert haben wir uns vor allem über das Stadion. Das ist vielleicht so groß wie das Erftstadion in Euskirchen (ich glaube, das heißt so...), nur kommen hier wirklich noch Galatasaray und Co hin... Die Imbissstände bestanden aus einem Tapeziertisch mit Cola und Köftebrötchen drauf und man trinkt kein Bier oder isst Hotdogs vor und während dem Spiel, sondern man isst die ganze Zeit Sonnenblumenkerne (wir können’s jetzt auch!) und trinkt Wasser aus Bechern, in denen man in Deutschland nur Dany Sahne und ähnliches bekommt. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung und ich denke, dass diejenigen, die hier bleiben zumindest wieder zu den „großen“ Spielen wollen. Ich jedenfalls schon...

Nachher sind wir von unserem Fahrer sogar noch auf einen Wein im Restaurant des Hotels eingeladen worden. Da seine Kollegen dann Feierabend hatten, haben wir die Party anschließend einfach an den Strand verlegt, wo es mehr Wein, Bier und vor allem ein traumhaft klares und angenehm warmes Mittelmeer gab. Ihr könnt euch denken, wie munter der Teil der Gruppe am Montag morgen war.

Da ich hier eh schon einen Roman schreibe, ziehe ich jetzt ganz durch und schreibe auch sonst noch, was wir hier schon gemacht haben. Das waren vor allem die Düden Selalesi (=Wasserfälle). Eine traumhafte Kulisse, die übertreffen sogar noch die Postkartenaufnahmen, die man hier überall bekommt. Sogar unter den Wasserfällen herlaufen kann man. Leider war meine Kamera kaputt gegangen und ich hatte keine dabei, aber Birgit war so nett und hat mir ihre Bilder gegeben. Auch das kann man eigentlich gar nicht beschreiben, wenn man es nicht gesehen hat. Die Bilder sind zwar sehr gut, nur bringen sie die Farben nicht so schön rüber, weil es überall kleine Wassertropfen in der Luft gibt.

Ansonsten haben wir ein paar kleine Unternehmungen gemacht, wie der Basar, der jeden Donnerstag in Meltem stattfindet. Meltem ist der Ortsteil, der gleich hinter der Uni beginnt. Da findet man auch einen Supermarkt, etc. Nur die Mieten sind wohl etwas höher, da es eben so nah an der Universität ist. Auf dem Markt bekommt man das beste Obst (z.B. Bananen vom Kampus), aber auch Klamotten, Schuhe, Vorhänge, Scheren, fast alles eben. Dort waren wir mit Ezgi, unserer Mentorin. Sehr gut war, dass sie kaum Englisch spricht, so dass manches zwangsweise auf türkisch gesagt werden musste. Der sinnvollste Satz des Tages: Arabaya dikkat et. Den sollen sich alle merken, die mich hier besuchen kommen wollen. Er bedeutet: Achtung, Auto!

Mit Tuna waren wir clubben, der Club war aber nicht so toll, da irgendein Schicksenladen. Da war der mit Pamela schon besser. Sie kommt aus Darmstadt und hat ihr Jahr hier fast vorbei. Mit ihr waren wir im Jolly Joker, einem Rockclub mit Livemusik. Den Namen der Band kenne ich nicht, aber sie waren sehr gut, haben sowohl Klassiker gespielt als auch türkische Rocksongs, die uns allen sehr gut gefallen haben. Aber auch das war wieder eine kurze Nacht (bzw. lange, wie man’s sieht).

Von der Innenstadt habe ich noch gar nicht so viel gesehen, wir sind hier doch etwas außerhalb, aber wir bekommen hier alles, was wir brauchen: Das Meer ist ca. 15 Minuten entfernt, die meisten Lebensmittel bekommen wir in einem kleinen Supermarkt auf den Kampus (wir brauchen ja doch nur Wasser...) und ansonsten ist Anlaufstelle Nummer 1 das Migros. Das ist sowohl der Name des Supermarkt als auch der des ganzen Einkaufszentrums. Und da kriegt man alles. Sogar von Marken, die selbst in Deutschland nicht unbedingt überall einen Laden so nah beieinander haben: Guess, Tommy Hilfiger, Converse, Lacoste,... Ich habe immerhin eine neue Kamera da bekommen, die auch nicht teuer war. Sind eben doch türkische Preise. Lustig fand das unser Lehrer, der am ersten Tag fragte, wer schon wo war und der ganze Kurs sich auf zwei Sachen einigen konnte: Strand und Migros...

Da sich eh alle fragen, wie gut ich schon Türkisch kann: Wir lernen einiges im Unterricht (heute: Hast du einen Job?), oft ist aber eher Learning by Doing angesagt. Beispiel: Sonntag sind Aleksi, Sylvie, Chantal, Katha und ich zum Mittagessen gegangen. Da wir Donnerstag auf dem Markt waren, kannten wir ja schon alle Obstsorten. So kam es, dass wir die beim Mittagessen alle konnten und wir uns dachten, dass es O-Saft (portakal süt, muz süt,...) etc. gab. Alle haben sich gewundert, als sie gefragt wurden, ob sie ihn warm oder kalt wollten. Dann kam raus, dass sie süt und süyo verwechselt hatten. Süt ist nämlich kein Saft, sondern Milch, süyo ist nämlich Saft. Ich war happy, ich hatte nämlich Eistee bestellt (der heißt, glaube ich, weltweit gleich). Aleksi auch, der hatte Cola. Alle andere hatten dann kalte (wie gesagt, wir dachten anfangs noch, es sei Saft und keiner wollte warmen Saft) Milch zum Mittagessen gehabt.

Also, nach diesem doch viel zu lange gewordenen Eintrag wisst ihr alle, dass es mir hier seht gut geht, ich immer noch nicht glauben kann, ein Jahr lang hier bleiben darf und ich doch auch schon einiges gesehen habe. Zudem habe ich doch noch den ganzen Überblick gegeben und kann mich bei den nächsten Einträgen auf meine neuesten Abenteuer konzentrieren.

Ich hoffe es geht euch allen gut,

Sarah

31.8.06 12:21





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