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Türkische Technik und ein Wochenende in Fethiye

Dieses Mal schaffe ich es etwas schneller zu schreiben und dann auch nicht ganz so lange, denke ich.

Immerhin weiß ich jetzt, was letztes Mal mein Problem war: Mein USB-Stick ist hinüber. Am wahrscheinlichsten ist, dass ich mir im Internetcafé einen Virus geholt habe, das zumindest ist auch Birgit passiert. Immerhin kann ich noch Musik damit hören. Nur keine neuen mehr darauf spielen oder alte löschen. Also kann ich die 50, die ich drauf habe, jetzt in einer Dauerwiederholung hören.

Dazu kommt dann noch die in der Gruppe mittlerweile berühmt-berüchtigte Handyfalle: Wir alle brauchen nämlich ein neues. Da hier so viel geklaut wird bzw. es unendlich viele illegale Handys gibt, wurde vor einiger Zeit ein Gesetz erlassen, dass man sein Handy registrieren lassen muss und die neu verkauften automatisch registriert werden. Bei auslänischen Handys sollten die Daten eigentlich weitergegeben werden. Eigentlich... werden sie aber offensichtlich in Wirklichkeit nicht. Die Frist zum Registrieren ist auch vorbei, was bei uns aber sowieso schwierig wäre, da ich ja mal nicht unbedingt meine Handyquittung dabei habe. Aleksi hat im Internet gefunden, dass die einzige Chance für uns gewesen wäre, es beim Flughafenzoll zu zeigen. (Das ist ein Tipp für alle, die auch mal eine türkische SIM-Karte brauchen) auf jeden Fall werden so alle Handys hier nach und nach gesperrt. Einer Deutschen ist es letztes Jahr gelungen, die Falle zu umgehen, indem sie ihre türkische SIM für eine Woche rausgenommen hat. Sie hat nie ein Problem gehabt. Das probiere ich gerade auch. Heute ist die Woche vorbei. Morgen gehen wir sonst Handys shoppen. Es dauert also noch maximal bis morgen, dass ich wieder über meine türkische Nummer zu erreichen bin. Es wär halt schon schön, wenn ich drumrum käme, noch eins zu kaufen.

Mein erstes Fazit der Türkei lautet also folgendermaßen: Das, was man am Essen und anderem täglichen Bedarf spart, gibt man an technischen Geräten wieder aus: nach der neuen Kamera, werde ich in den nächsten zwei Tagen dann wohl ein neues Handy kaufen und schlimmstenfalls demnächst auch noch einen USB-Stick. Die sind angeblich hier übrigens teurer als in Deutschland.

Ach ja, und Fotos gibt’s noch keine, weil ich da offensichtlich was falsch gemacht habe. Aber: Gut Ding will Weile haben, es kommen sicher noch welche.

Zu den schönen Dingen des Lebens. Am Wochenende waren Aleksi, Aleksiina, Birgit, Katha und ich in Fethiye. Das ist eine gar nicht so kleine Stadt (48000 Einwohner) ca. 200 km westlich von Antalya. Sie liegt auch am Mittelmeer und ist berühmt für seine Bilderbuchbucht, die ihr alle wahrscheinlich aus der Türkei-Werbung kennt. Ums vorweg zu nehmen, wir haben sie aus Zeitgründen nicht gesehen. Das war aber nicht so dramatisch, da wir gleich nebenan am Strand waren und da war es schon wunderschön. So klares Wasser hatte ich bis dahin nur in einem Swimmingpool gesehen, aber noch nie am offenen Meer. Zwar war es etwas kälter dort als in Antalya, aber dafür umso erfrischender.

Aber mal von Anfang an: Los ging es am Samstag Morgen um 8.30 mit einem Midibus. Der Busbahnhof hier ist wesentlich moderner als so mancher Hauptbahnhof in Deutschland. Man denke nur an Bonn... Die Fahrt hat vier Stunden gedauert und war toll! Endlich haben wir wirklich mal was von Land und Leuten gesehen. Vieles davon war so, wie ich es mir vorgestellt hatte: alte, einfache Häuser, oft sehr raue, trockene Natur, wunderschöne Berge mit grünen Tälern,... Langsam werde ich hier noch zum Naturfan und überlege sogar schon, mal auf einen Berg zu klettern. Das hätte ich mal noch vor drei Wochen weit von mir gewiesen. Wir sind dann genau zur Mittagszeit in Fethiye angekommen, wo wir von der TouriInfo eine Pension empfohlen bekamen. Die war relativ nahe und da haben wir dann auch Lukasz, Camille und Cristina getroffen, die Freitag schon angekommen waren und fast schon zurück wollten. Die Pension kann ich jedem nur empfehlen, der mal dahin kommt: Für 15Lira (ca.8&euro hatten wir 3er-Zimmer mit Balkon, eigenem Bad und Frühstück. Das haben wir auf der Dachterrasse mit Meer- und Bergblick bekommen. Diesen Blick hatten wir übrigens auch auf unserem Balkon.

Meine Mitreisenden hatten sich jedenfalls spontan entschlossen, noch pargliden zu gehen. Mein Element ist aber nun mal eher das Wasser als die Luft und deswegen bin ich lieber mit der anderen Gruppe an den Strand gegangen und habe das Wetter und das Meer genossen und sogar brav gelernt.

Abends sind wir noch in eine tolle Bar gegangen, die auf der Dachterrasse eines Ladens war und an dem Abend türkische Livemusik hatte. Das hatte schon Stimmung – und natürlich auch einen Meerblick.

Sonntag habe ich als erstes Schuhe gekauft (endlich hatte ich meine Traum-FlipFlops gefunden. Neben der Bar gab es einen Schuhladen und da hatte ich mich dann Samstag Nacht verliebt). Eigentliches Ziel war aber Kayaköy. Auch Geisterstadt genannt, 1923 sind die orthodoxen Griechen von dort aus vertrieben worden und seither verfällt sie einfach nur noch. Das war schon ein eigenartiges Gefühl, da her zu gehen, wenn man an die Geschichte der Menschen und der Stadt denkt. Aber auch sehr schön und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Die Rückfahrt haben wir mit einem richtigen Reisebus bestritten. Die Preise sind einfach lachhaft: Die Hinfahrt hat 14Lira, die Rückfahrt 15Lira gekostet. Das sind eben ca. 7,50-8€. Dafür sind wir vier Stunden gefahren, haben wirklich tolle Gegenden gesehen und auf der Rückfahrt sehr viel Platz gehabt. Da gab es zusätzlich auch noch Kaffee und Wasser gratis.

Das war also mein Wochenende. Nach den Schilderungen muss ich wohl nicht mehr explizit betonen, dass es mir hier immer noch sehr gut gefällt. Vor allem, weil die nächsten größeren Pläne schon für das nächste Wochenende stehen: am Samstag werden wir wohl raften gehen und Sonntag geht Birgit tauchen, wo ich vielleicht auch noch mit kann. Aber da entscheide ich mal spontan, ob ich da noch Zeit zu habe. Bin ja zum Lernen hier ;-) und am Mittwoch gibt es die Klausur...

In diesem Sinne, ich habe noch was vor ;-)

Sarah

5.9.06 19:49


Türkischer Alltag

Heute mal ein etwas anderer, vielleicht kürzerer Eintrag. Ich habe nämlich nichts weltbewegendes erlebt, sondern wollte einfach mal etwas meinen Alltag beschreiben. Der hat sich in den letzten Wochen doch etwas geändert: während wir in der ersten Woche jeden Nachmittag und Abend entweder noch am Meer oder Pool hockten, sind wir jetzt langsam auf den Trichter gekommen, dass wir ab und zu doch lieber etwas lernen sollten. Immerhin haben wir doch jeden Tag drei Stunden Unterricht und da wir nichts wiederholen, müssen wir das nachmittags selbst in die Hand nehmen. Da die Vokabeln, die wir lernen auch nicht alles abdecken, ist doch einiges an Selbstinitiative gefragt. Da mir das Sprachen Lernen aber immer noch Spaß macht, ist das jetzt auch wiederum nicht solch ein großes Opfer.
Mein Tag gliedert sich ungefähr wie folgt: Als Frühaufsteherin falle ich morgens um 8 Uhr als erste aus dem Bett, weshalb ich die meiste Zeit im Bad habe. Sylvie und Chantal kommen nämlich beide nicht vor 8.35 raus. Dann ist Frühstückszeit und um 9.30 geht der Unterricht los. Der ist sehr lustig. Wir haben ein Tempo, da kann man nach drei Jahren noch kein anständiges Türkisch, geschweige denn in vier Wochen. Da unsere Vokabeln aus so Sachen wie Tamburin, nicht aber Kleidungsstücken oder ähnlichem bestehen, machen wir meist alle was anderes und fragen notfalls abends Tuna. Der hat sich langsam als Goldstück herausgestellt (auch wenn ich ihm wohl nie verzeihen werde, dass er gesagt hat, ich bräuchte kein Visum – er behauptet’s immer noch) und hilft immer, wenn Binnur, unsere Lehrerin, mal wieder Quatsch erzählt oder wir andere Probleme haben oder uns einfach so mal treffen wollen.
Na ja, der Unterricht geht jedenfalls bis 12.20, danach ist Mittagspause bis 14 Uhr. In der Zeit gehen manche essen, andere ins Internetcafé oder auch zum Supermarkt. Unser Nachmittagsunterricht besteht aus Kulturunterricht. D.h. wir reden darüber, wie man sprachen lernen kann, was wir am Wochenende gemacht haben oder noch machen können. Die Frage, was das mit türkischer Kultur zu tun hat, haben wir noch nicht geklärt, aber für Lösungsansätze bin ich dankbar. Manchmal machen wir aber auch wirklich tolle Sachen, wie unsere Mentoren, mit denen wir heute zwei Stunden im Café gesessen und gedealt haben: deutsche Zahlen bis 20 gegen türkisches Kinderlied. Wir müssen nämlich eine Sprachpräsentation machen und haben uns entschlossen, ein Lied zu singen. Dazu bestand die heutige Kultur aus dem Altstadtmuseum und dem Atatürkhaus. Der ist hier überall. Noch heftiger, als ich es mir eh schon vorgestellt hatte: er ist auf jeder Münze und jedem Schein, in jedem Zimmer (nicht Gebäude!) hängt mindestens ein Bild und das Haus, in dem wir heute waren, qualifiziert sich nur deswegen als Atatürkhaus, weil er genau einmal da geschlafen hat.
Ansonsten war der Tag heute besonders, weil Donnerstag und damit Markt in Meltem war. Der ist so toll! Er ist nicht nur Wochen- sondern auch Flohmarkt und man kann wirklich alles dort kaufen. Das Obst ist der Wahnsinn. So billig und so gut! Heute habe ich ca. ein halbes Kilo Trauben, zwei Bananen und einen gekochten Maiskolben für 3Lira bekommen, das sind ca. 1.70 €. So kann man schon leben. Wenn wir abends ins Restaurant gehen, das ist gleich im Gästehaus, esse ich meist gebratene Hühnchenstücke, dazu gibt es Brot, Reis und Pommes. Das kostet auch nur 5Lira. Und so ist alles hier. Außer Tempos, die kann man nur in einzelnen Packungen kaufen und die kosten 0.30Lira.
Nicht zu vergessen ist immer noch unser Campus mit Palmen und Bananenbäumen, das Meer und die Sonne, die irgendwie immer scheint. Wir lernen schon drinnen, weil es nichts Besonderes mehr ist. Hammer, oder?
Ihr müsst euch also wirklich keine Gedanken machen, ob es mir hier gefällt oder nicht.
Das war mein Alltagseintrag. Beim nächsten Eintrag geht es weiter mit meinen Unter- (Tauchen am Freitag) und Überwasserabenteuern (Raften am Samstag) und den neuesten Erkenntnissen über türkische Grammatik (Lernen am Sonntag)
Ganz liebe Grüße nach Good Old Germany
Sarah
10.9.06 10:29


Finding Nemo (Turkish Version)

Fleißig wie ich bin, heute gleich der nächste Eintrag. Da ich es vorm Raften wohl nicht schaffen werde, alles mal ins Netz zu stellen, wird es bald also direkt drei neue Einträge geben. Heute aber war ich ja tauchen, und davon muss ich doch dann gleich berichten. Das war der Wahnsinn! Und dementsprechend überlege ich auch schon, hier den Tauchschein zu machen. Der würde 285 Euro kosten und ist somit laut Birgit ein absolutes Schnäppchen. Ich habe ja noch was Zeit zum Überlegen... Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass es Frauen waren, die dazu noch so lieb waren, dass ich zu keiner Zeit besorgt habe sein müssen. Den Druckausgleich habe ich noch nicht ganz geschafft, aber das kann auch lernen. Nachdem ich ruhiger geworden bin und ganz normal geatmet habe, war auch der Schmerz in den Ohren etwas weg. Unter Wasser war es so toll. Ich mag ja Wasser sowieso und es war schon ein komisches, aber tolles Gefühl, zu wissen, dass unter, neben und über einem nur Wasser ist. An der tiefsten Stelle waren wir 8m unter Wasser und insgesamt hat unser Tauchgang 36 Minuten gedauert. Davor und danach durften wir noch was mit unseren Neoprenanzügen im Wasser plantschen. Wir sind halt doch Spielkinder und im Wellengang da hat es viel Spaß gemacht.
Gesehen haben wir übrigens tausende von Fischen: ganze Schwärme, durch die wir durchtauchen konnten, bunte, größere, kleinere, Seeigel, die wir sogar auf der Hand hatten, irgendwelche Seewürmer, die wir auch in der Hand hatten, Blumen (siehe Nemo, ich weiß nicht, ob es Anemonen waren, aber bestimmt so was ähnliches),... So toll!
Birgit, die ihren Tauchschein schon hat, will Sonntag oder Montag noch zu einem französischen Kriegsschiffswrack tauchen. Da dürfen wir, wenn wir wollen, zumindest mit aufs Boot. Mal sehen...
Manchmal komme ich mir hier ja doch was doof vor, wenn ich immer nur schreibe, wie schön alles ist, aber bis auf kleinere Nichtigkeiten ist einfach alles wunderbar. Aber ich denke schon, dass vielleicht irgendwann mal ein Eintrag kommt, in dem ich mich über irgendwas beschwere. Also, noch müsst ihr keine Angst haben, dass ich gar nicht mehr heimkomme.
So, morgen werde ich gleich den nächsten Eintrag vom Raften schreiben. Vielleicht gefällt mir das ja schon nicht (ich glaub’s nicht). Jetzt lerne ich noch was. Da habe ich mittlerweile voll auf Selbststudium umgestellt. Heute gab es den Höhepunkt in Sachen Sinnlosigkeiten: Am Mittwoch ist die Prüfung. Bis dahin haben wir also noch 2 Tage. In denen müssen wir vier Lektionen und das Futur schaffen. Nur war heute unsere Lehrerin nicht da und wir hatten eine Vertretung. Und was macht man da? Ist doch klar. Wir stellen uns wieder mal vor (eine Stunde), lernen, wie türkische Gerichte heißen (wir sind ja auch erst seit drei Wochen hier... da haben wir die meisten eh schon ausprobiert. Das Spiel hat auch eine Stunde gedauert) und finally: eine Stunde Galgenmännchen. Nachdem wir alle erst um 2.30 im Bett waren, hätte ich den Morgen wirklich besser nutzen können.
Ach genau, kurz noch von gestern: Erst haben wir Fußball geguckt: Team ERASMUS vs. Team Lehrer. Wir haben 6:4 gewonnen. War sehr lustig und interessant zu sehen, wie schnell die Hocas noch waren. Anschließend haben die Kellner uns noch zum Strand eingeladen, wo wir noch bis 2.15 Uhr waren. Irre, was da nachts noch los ist. Aber das Meer ist da so klar und auch nachts noch herrlich zum Schwimmen. Und das Zusammensitzen dann auch sehr gemütlich. Da lernt man immer noch was Türkisch. Die können nämlich kaum Englisch. Das ist unsere Art der ERASMUS-Völkerverständigung. So wissen wir jetzt nicht nur, was Sonne, Mond und Sterne auf Türkisch heißen, sondern haben auch noch neue Namen verpasst bekommen. Sarah können sie sich nämlich nicht merken, „Şeher“ aber schon. Mir soll’s recht sein. Vor allem, weil ich vor zwei Wochen zufällig gesehen habe, dass Sara durchaus eine Bedeutung auf Türkisch hat (zum Glück habe ich wenigstens noch das h hintendran): Sara heißt auf Türkisch Epilepsie!
Nun denn, ich muss lernen und früh ins Bett, sonst schlafe ich morgen beim Raften ein und das halte ich für eher ungesund.
10.9.06 10:30


Heute beim Raften...

Ich habe ja versprochen, mich zu melden, wie es mir beim Raften gefallen hat. Und ich mache ja immer, was ich verspreche. Aber es wird ein nicht allzu langer Eintrag. So rasend viel ist nämlich nicht passiert. Wir sind heute Morgen ca. 1 ½ Stunden bis zum Köprülü Kanyon gefahren, da sind wir zu acht in die Boote gesetzt worden und dann hieß es erst mal warten. Wir waren ja nicht die Einzigen, die da gefahren sind. Nachdem es dann losging, sind wir ungefähr eine Stunde gefahren, bis es dann auch schon zum Mittagessen ging. Das war sehr lecker. Und Wassermelone gab es auch ;-) Danach sollte es besser werden. Bis dahin war nämlich noch nicht wirklich was passiert. Einmal sind wir was nass geworden, aber das war es auch schon. Ich wusste, dass wir Level 1 waren, was ich anfangs auch gut fand. Wir waren ja alle Anfänger. Aber so hatte ich es mir nicht vorgestellt. Es war nicht schlecht, aber schon sehr unspektakulär. Nach der Pause ist es dann an einigen Stellen wirklich etwas besser geworden, aber Abenteuer pur war’s nicht. Lustig war, als wir an einer Stelle ins Wasser springen durften. Das war nämlich überall nur so 11-12°C warm. Aber über mangelnde Abkühlung konnten wir uns nicht beschweren. Für mich war’s dann doch auch noch gefährlich: Ich weiß nicht wie und wo und wann, aber ich muss mich gestoßen haben. Jedenfalls habe ich an einem Zeh einen grünen Nagel und es tut höllisch weh. Den habe ich eben dann noch mehr oder weniger fachmännisch getapt (mit Klopapier und Pflaster). Hoffentlich geht der morgen wieder besser.
Insgesamt hat sich der Tag gelohnt, nur hätte sehr gerne noch etwas mehr Action dabei sein dürfen. Wir haben uns alle noch nie so sehr wie Massentouristen gefühlt – sogar Spielchen gab’s – und wollen es auch nicht mehr, aber auch das war eine Erfahrung. Etwas überrascht hat uns, dass unsere Guides Team Türkiye beim Weltcup, etc. im Raften sind, dann aber noch so was machen müssen, und nicht wenigstens andere Teams trainieren dürfen. Aber das hat man davon, wenn man in einer Randsportart ist.
Liebe Grüße
Sarah
10.9.06 10:30


Türkischer Alltag, 2. Teil

Nachdem ich in den letzten Tagen mehrmals zu hören bekommen habe, dass sich meine Einträge als sehr fröhlich lesen, gibt es heute mal eine Meckertirade.  Ich bin halt doch in der Türkei, merke ich.

So ist dann einfach unser Abschlusstest mal eben um einen Tag verschoben worden, weil Binnur Hanim nicht mit dem Buch fertig geworden ist. Ist mir ja egal, wenn sie so nicht gestern in der letzten Stunden noch eben das Futur drangenommen hätte, welches dann heute natürlich im Test war. Dazu fand ich ihren Stil ja nie so toll. Mir reicht es eben nicht, wenn man mir was vorsetzt und ich das so gefälligst zu akzeptieren habe. Wenn ich das Futur kennen soll, dann will ich wissen, wie es gebildet wird. Sonst kann ich auch nach einem Jahr nur „ich werde Essen essen“ (unser Beispiel). Lang lebe die Pons Grammatik!

Aber das ist ja nicht das Schlimmste. Tuna regt mich im Moment viel mehr auf. Er hat ja so einen Stress mit uns. Dann weiß ich wohl nicht, was er in den letzten vier Wochen gemacht hat. Unsere Aufenthaltserlaubnis -  das schafft er diese Woche nicht. Dumm nur, dass ich meine bis Sonntag brauche. Aber angeblich gibt es eh immer zusätzliche 15 Tage. Ja, warum schreiben sie dann nicht, dass man die Erlaubnis nach 45 Tagen braucht, sondern nach 30? Irgendwas ist da doch unlogisch. Aber ich rege mich nicht mehr auf. Bringt ja eh nichts.

Was mich wohl aber an seinen Aktionen noch am meisten auf die Palme bringt, ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich ab Sonntag schlafen werde. Erstens hat er unsere Zimmer vom 15.8.-15.9. gebucht. Toll: am 15.8. war noch keiner hier, da haben wir sie nicht gebraucht, aber es zieht auch noch keiner am 15.9. aus, so dass wir sie länger brauchen würden. Immerhin vier Zimmer hat er noch bis Sonntag nachreservieren können. Da werden wir wohl schlafen wie die Sardinen in der Büchse. Was aber auch ganz lustig sein kann. Aber was ist ab Sonntag? Angeblich kümmert er sich seit vier Wochen um Zimmer für uns. Ja, und nun? Ich habe keine Ahnung. Schlimmstenfalls muss ich noch einen Monat ins ApartHotel. Das wäre nicht so schlimm, aber mittlerweile sind alle Dreierzimmer vergeben, ich müsste mich da also noch drum kümmern und ich habe auch keine Lust, alle Monate umzuziehen.  Und was ist mit der Archäologiestudentin, die angeblich eine ERASMUS-Studentin sucht? Aaaaaaahhh, ich freue mich einfach nur auf Montag. Ich habe so ein kleines bisschen Hoffnung, dass ich dann was Genaueres weiß.

Vielleicht kenne ich bis dahin auch meinen Buddy. Die sollte mich am Dienstag treffen und anfangen, mich hier herum zu führen. Ich dachte auch, dass sie mir schlimmstenfalls bei der Wohnungssuche helfen könnte. Sie ist aber bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Vielleicht kann ich gleich mal nach ihrer Nummer fragen, dann würde ich mich einfach bei ihr melden.

Ansonsten möchte ich hier mal daran appellieren, dass bitte niemand mehr Elektrizität als gegeben hinnimmt! Es gab hier ja schon mehrere Stromausfälle, aber Dienstag, als eh schon alles schief gelaufen ist, hätte ich heulen können. Gerade hatte ich die Verbindung mit der Heimat aufnehmen können, war der Strom weg. Super, vor allem weil ich für 10 Minuten Internet 50 Kürüs habe zahlen müssen. Abends, beim zweiten Versuch tat es dann mein Mikro nicht, aber ich habe was verstehen können. Aber nachdem ich dann Flos Laptop eben habe benutzen können... für eine Minute... was passiert?  Stromausfall! Aber der war offensichtlich nur im Metropol, dem Internetcafé unseres Vertrauens, und nicht in ganz Antalya, wie der nachmittags. Das alles ist ja schon mehrmals passiert, aber wenn man dann in dem Moment mal eben drauf angewiesen ist, ist das alles nicht mehr so lustig.

Abschließend noch eine kurze Jammererei auf türkische Preise. Ist ja alles billig, außer eben Elektrokrams. Und: alles, was mit Pflege zu tun hat. Langsam neigt sich bei mir allem dem Ende zu, und was ich da hier schon habe zahlen müssen. Umgerechnet 1.75€ für Zahnpasta. 50ml, wohlgemerkt. Aber Zähne putzen muss man ja nun mal. Was ich mir noch nicht gegönnt habe: Bodylotion, die muss aber auch bald sein. Shampoo und Duschgel sind dagegen erstaunlich billig, bzw. vergleichbar mit deutschen Preisen. Da war das Schauma sogar noch billiger als in Deutschland und auch als einheimische No-Name-Produkte.

Nun ja, genug gejammert. Wenigstens das Wetter ist noch schön und die Klausur ist auch rum. Nachher noch eben die Präsentation und das war’s dann.

Liebe Grüße nach Deutschland.
Sarah

 

15.9.06 19:27


Jetzt geht der Spass erst richtig los

So, für meinen heutien Eintrag entschuldige ich mich mal gleich im Voraus, da ich von einer türkischen Tastatur aus schreibe und wir wohl mal nie die besten Freunde werden. Seit einer Woche ungefaehr wohne ich ja jetzt in einem anderen Hotel, mit WLAN. Das tut's aber nicht und so ist die İnternetsituation schlimmer als vorher.

Es tut mir echt leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, denn gerade in der Zeit ist sooo viel passiert. Weshalb ich dann eben auch keine Zeit hatte, mich zu melden. Aber mal der Reihe nach:

Freitag ist unser Sprachkurs zuende gegangen. Das war schon schade, denn wir haben alle ja fast rund um die Uhr aufeinander gehangen und es ist schon doof, wenn dann alle gehen. Freitag haben wir eine kleine private Abschiedsparty in einem Zımmer gehabt. Die Polizeı musste auch nur zweimal kommen. So schlimm kann's also nicht gewesen sein.  Samstag musste ich dann schon ausziehen. DAs neue Zimmer ist insgesamt echt in Ordnung. Wir haben ein kleines Wohnzimmer (mit RTL und VOX!), aber auch einen Kühlschrank und eine kleine Kochnische. Als allererstes haben wir uns dann mal Nudeln besorgt. Wir, das waren Zaneta und ich. Zaneta kenne ich schon aus dem Sprachkurs, sie kommt aus Tschechien. Wir teilen uns das Doppelzimmer. Nachdem wir die Eıinzelzimmer gesehen haben, wollten wir sie naemlich nicht mehr (kein Fenster, keine Klimaanlage). Mittlerweile ist auch Katarina aus Finnland noch angekommen. Sehr nett, nur etwas anstrengend. Die kommt mal nie aus den Füssen und wir warten ewig. Was ich ja so unwahrscheimnlich mag...

Abends war dann offizielle Abschiedsparty in einem Rockclub, die Band war echt gut, aber wir waren doch zu müde. Um 1 bin ich dann mit Kadda und Birgit gefahren. Der Abschied war doch der Schlimmste, aber wir haben uns ganz sicher versprochen, uns nochmal zu treffen.

Am Montag habe ich dann meinen Buddy, die mich hier rumführen soll, getroffen. Die ist ein Goldstück. Als erstes haben wir unsere Reise nach İstanbul geplant. Ende Oktober heiratet ihre beste Fre8undin da und sie besucht ihren Verlobten und ich soll mit. Das lasse ich mir ja nicht zweimal sagen. Zusammen haben wir auch den Koordinator aus meinem Department kennen gelernt. Ein sehr netter Mann, und so jung, dass ich nicht dachte, dass er da der Chef ist. (so einige Sachen haette ich sonst nicht so direkt geagt, z.B. dass ich es toll finde, nur MO/DI/MI Kurse zu haben, damit ich am Wochenende verreisen kann) Da haben wir auch noch denjenigen getroffen, der für mich nach Bonn geht. Der hat mein Problem: Er kann kein Wort Deutsch.

Übrigens hat sich mein Kursplan völlig geaendert: ich kann vielleicht doch ein paar Kurse auf Deutsch und Englisch machen, einen vielleicht sogar auf Französisch. Dann habe ich Kurse inb vier Sprachen. Finde ich ja doch auch toll. Gestern hatte ich meinen ersten auf türkisch. Laut mir haben Franzosen, Englaender und Deutsche im Osmanischen Reich Parteien gegründet. Stimmt nicht so ganz, aber sonst habe ich doch erstaunlich viel schobn verstanden.

Dienstag hatte ich mit Hurique (heisst übrigens Paradies-Engel) ihre Familie besucht. Türken wie aus dem Bilderbuch. Als erstes bin ich mit Tee abgefüllt worden und abends wurde noch typisch türkisch gekocht. Soooo lecker, nur viel zu viel. Es war sehr interessant, mich mit ihrer Mutter mit Haenden und Füssen zu unterhalten, aber es hat geklappt und zum Schluss meinten sie, wenn ich so weiter mache, verstehe ich in 3-4 Monaten alles. İhr müsst euch kjetzt auch keine Gedanken mehr um mich machen, abschliessend bin ich noch adoptiert worden und soll jederzeit kommen. Und sie freuen sich drauf, meine Familie kennen zu lernen. İhre Familie hat auch einen grossen Orangen- und Zıtronengarten. İmmerhin habe ich auf Türkisch sagen können, dass mein Opa Gaerten mag. Damit war der Ausflug dann fest

SOnst habe ich schon enige Leute hier kennen gelernt, die alle sehr hilfsbereit sind und versuchen, soviel wie möglich auf Englisch zu reden. Da das oft nicht klappt, lerne ich zwangsweise einige Wörter.

Gestern waren wir noch auf einem Cargo-Konzert. Die haben hier an der Unı gratis gespielt. Es war nicht das Erlebnis schlechthin, aber immerhin habe ich Rasimn getroffen. Den hatten wir letzte Woche noch zusammen kennen gelernt und es war lustig, gerade ihn in der Menge wieder zu sehen.
SO, dass soll es mal gewesen sein. Hoffentlich tut es das WLAN bald, dann waere das alles hier was einfacher.

Liebe Grüsse in die Heimat

Sarah

@Ela: Liebe Grüsse zurück. Du musst beı der Startseıte einfach nur deinen Nickname und dein Passwort eingeben. Dann kommst du auf deine Seite und da gibt es ein Feld Neuer Eintrag. Da kannst du gleich loslegen! İdiotensicher - sonst haette ich das doch auch nicht gekonnt. Freue mich schon auf deine Eintraege!

21.9.06 10:47


Adresse

So, nachdem ich gestern wieder die Haelfte vergessen habe, hole ich das heute eben nach. 10 Minuten vor Beginn ist mein Termin eben naemlich abgesagt worden, bzw. um 3 1/2 Stunden verschoben worden und so kann ich die Zeit mal sinnvoll nutrzen und alte Mails beantworten. Und um euch zu sagen, dass meine derzeitige Adresse folgendermassen lautet:

Sarah Jenischewski

Laguna Suite

Teomanpasa Str. No:53, 07150 Antalya  Türkiye

Aber Achtung, die gilt (hoffentlich) nur bis zum 16.10.

Ansonsten habe ich es geschafft, mir ein neues Handy zuzulegen. Also gilt auch meine türkische Nummer wieder.

Was weltbewegendes ist sonst nicht passiert. Sieht man mal vom zweiten Gewittersturm gestern Abend innerhalb von zwei Tagen ab. Da dieses Mal aber nichts passiert ist, ist das auch nicht so berauschend. Nur an der Uni sieht man es. Einige Palmen haben win par Aeste verloren.

Stürmische Grüsse

Sarah

22.9.06 09:35





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