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Die letzten beiden Wochen

Heute wohl mal wieder ein etwas längerer Tag, denn wenn man von meinen ersten Wochen hier absieht, waren die letzten beiden Wochen die mit Abstand ereignisreichsten. Natürlich weiß ich nicht, wann genau ich mich das letzte Mal gemeldet habe, also fange ich einfach mal am Freitag vor meiner Abfahrt nach Izmir an.

Der Tag stand anfangs ganz im Zeichen meiner Hausarbeit, denn immerhin die Dritte wollte ich noch beenden, damit ich mich in Izmir nur noch um das türkische Familienleben kümmern müsste. Ich weiß nicht wann, aber irgendwann am späten Nachmittag, hatte ich das tatsächlich auch noch geschafft. Und konnte schon anfangen, etwas meinen Koffer zu packen. Damit musste ich dann aber schon um 19.30 fertig sein, da Caroline sich in den Kopf gesetzt hatte, noch eine Party feiern zu wollen und mein Abschied dafür ja eine ganz gute Gelegenheit sei. Um 19.30 war natürlich noch kein Mensch da, vielmehr konnte ich um 20Uhr noch anfangen, The OC zu gucken. Um 20.30 kamen dann die ersten, in diesem Fall die ErasmusWG und Tuna. Ums kurz zu machen, nach einer weiteren Stunde hatten wir ca. 30 Leute in unserer Wohnung. War aber sehr lustig. Caroline hatte die zwei Tage davor damit verbracht, Crepes zu backen, die kamen auch sehr gut an. Kurz vor Mitternacht wollten wir aber doch noch weiter in die Bar gehen. So konnten die Nachbarn sich nicht beschweren (die Hälfte von denen war eh selbst auf der Party). In der Bar war ich dann noch fast eingeschlafen. Die Stimmung war meiner Meinung nach nicht gut und die ganzen Hausarbeiten der Wochen davor hatten mich doch sehr geschlaucht. Trotzdem habe ich es noch irgendwie bis 4Uhr ausgehalten. Wie weiß ich aber auch nicht!

Den Samstag habe ich dann erstens mit Caroline und Sakeena verbracht, als Mädelsabschiedstag, was natürlich Shopping heißt. Am Nachmittag habe ich erst noch etwas Schlaf nachgeholt und mich dann um die letzten Vorbereitungen gekümmert: Schuhe vom Schuster holen, Tasche packen, letzte Emails beantworten,... In der Nacht ging es dann los. Im Bus habe ich geschlafen wie ein Baby, bis 6Uhr als mich der Steward geweckt hat, weil wir in Aydin waren. Das verstehe ich immer noch nicht, auf seinem Zettel konnte er klar und deutlich lesen, dass ich bis Izmir will. Da angekommen bin ich zu Duygus Familie gefahren. Die Mutter, Nurten, war schon sehr nett. Nur leider kann sie ausschließlich Türkisch. Was aber auch gut war, denn so musste ich was lernen. Und wir haben uns erschreckend gut verstanden. Trotzdem ließ sie mich erst etwas schlafen, das hatte ich auch dringend nötig. Nachmittags hatte sie mir dann die wichtigsten Sachen von Izmir gezeigt, damit ich zum Bus finde und weiß, was wo ist, etc. Utku, Duygus Bruder war auch nett, aber manchmal etwas komisch. Um die Sache kurz zu machen. Mittwochs hatte Duygu mir dann per MSN mitgeteilt, dass er es komisch findet, wenn jemand außerhalb der engsten Familie bei ihnen wohnt und ob ich nicht bitte ausziehen könne. Daran hat mich erstens gestört, dass er es mir nicht mal selbst gesagt hatte, dass ihm das auch etwas früher hätte einfallen können und dass ich in dem Moment natürlich keine Ahnung hatte, wo ich hin sollte. Zum Glück gab’s noch Fidan, die andere Praktikantin im Institut, die in einem Wohnheim wohnt. Wie der Zufall es will, hatten die auch noch genau ein Zimmer frei, so dass ich am gleichen Tag noch umziehen konnte. Die Mutter wusste übrigens wohl von gar nichts, jedenfalls war sie völlig überrascht, als ich kam, um meine Sachen zu packen. Das Wohnheim ist, wenn ich es jetzt sehe, das Beste, was mir passieren konnte: Die Leute sind alle unbeschreiblich nett, ich habe mein eigenes Zimmer und meinen eigenen Schlüssel (hatte ich sonst nicht, wirklich frei war ich da also nicht), lerne neue Leute kennen, habe sogar mein eigenes Bad und muss mich weder um Frühstück noch Abendessen kümmern, einmal die Woche kommt eine Putzfrau und wenn ich will, waschen die sogar meine Wäsche. Aber das schaffe ich auch noch alleine. Nur letzte Woche haben sie das gemacht, ich musste nämlich spontan nach Antalya. Da habe ich mein Zimmer endgültig aufgelöst, auch wenn ein Teil meiner Klamotten immer noch da rum liegt. In einem habe ich mir noch die Show des Salsafestivals angesehen (und bin gleich neidisch geworden, ich will auch wieder tanzen!), mir die Minicity angesehen (jetzt habe ich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Türkei angesehen) und bin im Kino gewesen (Music and Lyrics – sehr süß der Film). Ein entspannendes Wochenende, wenn nicht die ganze Hin- und Herfahrerei gewesen wäre.

Nun mal noch zu meinem Praktikum. Das ist ein Traum! Wenn sie mir anbieten würden, hier zu bleiben, ich würde es tun ohne mit der Wimper zu zucken. In der ersten Woche war zwar nicht so viel zu tun, aber ich habe schon bei den anderen gesehen, dass die Arbeit sehr interessant ist. Diese Woche ging es dann richtig los: ich habe Plakate entworfen, Biographien von Künstlern gesucht, das Institut auf einer Messe vertreten, in der Bibliothek ausgeholfen, einen Essaywettbewerb beaufsichtigt und sogar schon mein eigenes Projekt bekommen: Morgen startet hier die Ausstellung 40 Jahre deutsche Videokunst (bei Interesse: www.40jahrevideokunst.de), für die ich mittlerweile verantwortlich bin. Das heißt, ich habe die wichtigsten Sachen mit der Galerie, in der die Präsentationen stattfinden werden, besprochen (ich durfte ganz alleine zu dem Meeting), den Schriftverkehr mit unserem Gastredner bestritten, das Programm entworfen und morgen werde ich dann wohl als Fremdenführerin für unseren Gast zuständig sein. Ich bin mal gespannt, ob alles klappt. Ich hoffe es! Das Ganze ist schon sehr spannend und ich bin echt begeistert davon, wie viel Verantwortung die hier an ihre Praktikanten abgeben. Aber es ist toll.

Noch kurz ein paar Worte zu Izmir. In meinem Reiseführer stand, es sei bestimmt kein Höhepunkt der Reise. Wer das geschrieben hat und warum – ich weiß es nicht. Für mich ist es bis jetzt die schönste Stadt der Türkei. Es stimmt, dass sie sehr europäisch ist, aber vielleicht ist es genau deswegen, dass ich mich gleich so wohl gefühlt habe. Dazu ist sie über die Jahre gewachsen, alleine die Architektur ist also schon schöner als die in Antalya. Dazu gibt es auch hier das Meer (*freu*) und die Sonne scheint fast immer. Diese Woche habe ich auch mal den ersten Regen erlebt. Und was soll ich sagen? Es war keine Sintflut á la Antalya! Sollte also jemand mal die Gelegenheit haben, nach Izmir zu kommen: nutzt sie! Vielleicht sollte ich abschließend aber noch sagen, dass sie keine Touristenstadt ist, sondern eher zum Wohnen. Also nicht enttäuscht sein, wenn man keine Bettenhochburgen sieht, wie das in Alanya, etc. der Sinn ist.

So und ich gehe mich jetzt in unsern wohnheimseigenen Garten, mich sonnen, lesen und entspannen. Gestern habe ich nämlich auch noch die vierte HA fertig bekommen.
17.4.07 08:10
 


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